Wetten mit Wahrscheinlichkeiten statt Bauchgefühl bewerten

Updated November 2026
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Von Favoriten und Value Bets bis zu Live- und Spezialwetten: Entscheidend sind eigene Wahrscheinlichkeiten, Quotenvergleich und eine planvolle Einsatzwahl.

Zwei Spieler vergleichen in einer Schweizer Analyse-Lounge strategische Sportwetten.

Favoriten und Value Bets: zwei unterschiedliche Ansätze

Bei der Favoritenstrategie richtet sich die Auswahl auf ein Team oder einen Spieler, dem vor dem Ereignis die besseren Chancen zugeschrieben werden. Die Quote fällt bei solchen klaren Favoriten meist niedriger aus; entsprechend bleibt auch der mögliche Gewinn kleiner. Der Ansatz wirkt auf den ersten Blick naheliegend, weil ein Favorit häufiger gewinnen kann als sein Gegner. Eine niedrige Quote sagt jedoch allein nicht aus, ob sich eine Wette lohnt: Entscheidend ist, ob die Einschätzung der Gewinnchance zur angebotenen Quote passt.

Value Betting folgt einem anderen Prinzip. Hier wird zunächst eine eigene Wahrscheinlichkeit für den Ausgang geschätzt und dann mit der Einschätzung verglichen, die sich aus der Quote des Anbieters ableiten lässt. Ein möglicher Value liegt vor, wenn die eigene Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Die Wette muss deshalb nicht auf einen Favoriten entfallen. Auch ein ausgeglichener Ausgang oder ein Aussenseiter kann nach dieser Logik interessant erscheinen, sofern die eigene Bewertung die Quote rechtfertigt.

Beide Ansätze können sich überschneiden: Ein Favorit kann zugleich eine Value Bet sein, wenn seine Quote die eigene Einschätzung nicht angemessen widerspiegelt. Umgekehrt ist ein klarer Favorit nicht automatisch wertvoll, nur weil er als wahrscheinlichster Sieger gilt. Die Favoritenstrategie beschreibt vor allem, auf welche Art von Auswahl man setzt; Value Betting prüft, ob die Quote im Verhältnis zur eigenen Einschätzung attraktiv erscheint.

Die Reihenfolge ist keine Rangliste.

  1. PMU

    Lizenz
    Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa)
    Auszahlungsgeschwindigkeit
    bis zu 3 Werktage (Antrag Freitag bis Sonntag: bis zu 6 Werktage)
    Zahlungsmethoden
    Mastercard
    Merkmale
    Pferdewetten
  2. Sporttip

    Lizenz
    Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa)
    Mindesteinzahlung
    10 CHF
    Zahlungsmethoden
    TWINT, PostFinance, Kreditkarte
    Merkmale
    Livewetten, Live-Statistiken, iOS-App, Android-App
  3. Jouez Sport

    Lizenz
    Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa)
    Auszahlungsgeschwindigkeit
    bis zu 3 Werktage (Antrag Mo–Do), bis zu 6 Werktage (Antrag Fr–So)
    Zahlungsmethoden
    TWINT, Visa
    Merkmale
    Cash-out, iOS-App
    Tools für verantwortungsvolles Spielen
    Verlustlimiten, vorübergehender Spielausstieg (1 Tag bis 6 Monate), unbefristete freiwillige Spielsperre (gilt auch für Casinos in der Schweiz und Liechtenstein)
  4. Winamax

    Lizenz
    Autorité Nationale des Jeux (ANJ)
    Merkmale
    Livewetten, Poker, iOS-App, Android-App
    Tools für verantwortungsvolles Spielen
    wöchentliches Einzahlungslimit bei der Registrierung festzulegen
  5. Allyspin

    Auszahlungsgeschwindigkeit
    bis zu 3 Werktage
    Mindesteinzahlung
    10 CHF
    Zahlungsmethoden
    PlayID, Kreditkarte
  6. Millioner

    Mindesteinzahlung
    10 CHF
    Zahlungsmethoden
    Visa, Mastercard, Paysafecard
    Merkmale
    Casino, Live-Casino
  7. Cazeus

    Mindesteinzahlung
    10 CHF
    Zahlungsmethoden
    Visa, Mastercard, Paysafecard
    Merkmale
    Casino, Live-Casino
  8. BetItaly

    Lizenz
    ADM, 16040
    Merkmale
    Livewetten, Pferdewetten, Quotenboosts, Virtuelle Sportarten
    Tools für verantwortungsvolles Spielen
    Einzahlungs-, Verlust- und Spielzeitlimits, freiwillige Pause von 24 Stunden bis 6 Monate, endgültige Selbstsperre über das ADM-Register RUA, Selbsttest
  9. Stake

    Zahlungsmethoden
    Bitcoin, Ethereum, Litecoin, USDT, Tron …
    Merkmale
    Casino, Poker, Krypto-Zahlungen
    Tools für verantwortungsvolles Spielen
    Einzahlungslimits, Glücksspiellimits, Spielpause, Produkt- und Poker-Ausschluss, Selbstausschluss, Kontoschliessung
  10. Perabet

    Lizenz
    Curaçao Gaming Control Board, OGL/2024/777/0365
    Merkmale
    E-Sport, Pferdewetten

Eine „beste Sportwettenstrategie“ für jede Situation gibt es daraus nicht. Wer nach der sichersten Wettstrategie sucht, sollte bedenken, dass auch ein plausibler Favorit verlieren kann und eine sorgfältig begründete Value-Wette ebenfalls scheitern kann. Keine Wettstrategie garantiert einen Gewinn. Ihre Qualität hängt zudem davon ab, wie realistisch die eigene Einschätzung ist; ein überzeugendes Gefühl ersetzt keine belastbare Bewertung.

Für die praktische Auswahl hilft es, die beiden Fragen getrennt zu halten: Gilt ein Teilnehmer als Favorit, und bildet die Quote die geschätzte Wahrscheinlichkeit angemessen ab? Die erste Frage führt zur Favoritenstrategie, die zweite zum Value-Ansatz. Werden sie vermischt, kann eine niedrige Quote fälschlich als Beleg für einen guten Tipp gelten. Wer hingegen jede hohe Quote vorschnell als Value einordnet, übersieht, dass sie auch eine geringe Gewinnchance ausdrücken kann. Die Wahl zwischen den Ansätzen ist daher keine Garantie, sondern eine Methode, Tipps nachvollziehbar zu begründen.

Wettstrategien entwickeln: Analyse und Quotenvergleich

Eine durchdachte Wettstrategie beginnt vor der Abgabe des Tipps. Zuerst wird eingeschätzt, wie wahrscheinlich ein bestimmter Ausgang ist und welche Informationen diese Einschätzung stützen. Entscheidend ist dabei, die Analyse nicht auf einen einzelnen Eindruck oder den letzten Spieltag zu verkürzen. Teams, beteiligte Spieler, frühere Leistungen und aktuelle Formkurven können Hinweise liefern. Auch Verletzungen und Sperren verändern die Ausgangslage und sollten in die Überlegung einfliessen.

Hilfreich ist eine feste Reihenfolge: Zunächst werden die verfügbaren Informationen zum Wettbewerb geprüft, dann wird eine eigene Einschätzung gebildet und erst danach die passende Quote betrachtet. So beeinflusst eine auffällige Quote nicht von Anfang an das Urteil über das Ereignis. Die Einschätzung sollte ausserdem nur Wettbewerbe betreffen, deren sportliche Zusammenhänge sich fachlich beurteilen lassen. Fehlen dafür ausreichende Kenntnisse, ist es vernünftiger, auf einen Tipp zu verzichten.

Quoten systematisch vergleichen

Für denselben Tipp können verschiedene Anbieter unterschiedliche Quoten anbieten. Ein Vergleich vor jeder Wettabgabe zeigt, wo die angebotene Quote höher ist. In der Schweiz ist dabei der rechtliche Rahmen zu beachten: Sportwetten dürfen hier nur Swisslos und Loterie Romande anbieten. Der Vergleich bezieht sich entsprechend auf die verfügbaren Angebote dieser Anbieter, nicht auf ausländische Wettanbieter.

Ein höherer Quotenwert allein macht einen Tipp noch nicht sinnvoll. Er sollte zur eigenen Einschätzung passen und im Zusammenhang mit den geprüften Informationen bewertet werden. Ändern sich die Faktenlage oder die Einschätzung, ist es folgerichtig, den Tipp neu zu prüfen, statt an einer früheren Entscheidung festzuhalten.

Vorbereitung einer Wette
  • Verfügbare Informationen zum Wettbewerb prüfen
  • Eigene Einschätzung der Gewinnwahrscheinlichkeit bilden
  • Passende Quote bei den Anbietern betrachten
  • Quoten zwischen Swisslos und Loterie Romande vergleichen

Wer wiederholt nach derselben Vorgehensweise analysiert, kann die eigenen Entscheidungen später besser nachvollziehen: Welche Informationen wurden berücksichtigt, welche Einschätzung wurde daraus abgeleitet und welche Quote war verfügbar? Eine solche Dokumentation ersetzt keine fundierte Analyse, macht aber vorschnelle oder widersprüchliche Entscheidungen leichter erkennbar. Einsätze sollten bereits vor dem Tipp feststehen; spontane Änderungen aufgrund einer attraktiven Quote können den vorher gefassten Plan unterlaufen. Erfolgreiche Sportwettenstrategien hängen damit vor allem von nachvollziehbarer Vorbereitung und konsequentem Quotenvergleich ab.

Aussenseiter, E-Sport und Surebets realistisch einschätzen

Wetten auf Aussenseiter können reizvoll wirken, wenn die Quote hoch ausfällt. Sie spiegeln jedoch meist eine geringere erwartete Eintrittswahrscheinlichkeit wider. Eine aussichtsreiche Aussenseiterwette braucht deshalb mehr als den Wunsch nach einem grossen Gewinn: Entscheidend ist, ob es konkrete Gründe gibt, weshalb der Aussenseiter besser abschneiden könnte, als die Einschätzung des Anbieters vermuten lässt. Fehlen solche Anhaltspunkte, bleibt die hohe Quote vor allem ein Hinweis auf ein hohes Risiko.

Im E-Sport gelten dieselben Anforderungen an eine Wettentscheidung wie bei anderen Wettbewerben: Die Einschätzung sollte sich auf nachvollziehbare Informationen stützen und nicht allein auf Bekanntheit eines Teams oder eine einzelne starke Leistung. Kenntnisse des jeweiligen Spiels und seiner Wettbewerbssituation helfen dabei, Leistungen einzuordnen. Wer die Teams oder das Format kaum kennt, kann die Chancen schwer beurteilen; eine vermeintliche Strategie wird dann rasch zur blossen Vermutung.

Besonders skeptisch ist bei sogenannten Surebets zu bleiben. Gemeint sind Wetten auf sämtliche möglichen Ausgänge eines Ereignisses, verteilt auf verschiedene Anbieter. Das versprochene Ziel lautet, unabhängig vom Ausgang einen Gewinn zu erzielen. Eine solche Konstruktion ist jedoch keine sichere Gewinnstrategie: Quoten können sich ändern, Bedingungen können voneinander abweichen, und die tatsächliche Abwicklung hängt von den jeweiligen Anbietern ab. Zudem sind ausländische Wettanbieter in der Schweiz nicht zugelassen; bei ihnen besteht keine Garantie, dass ein Gewinn im Streitfall ausbezahlt wird. Auch der Begriff „Surebet“ macht eine Wette nicht risikofrei.

Hohe Quoten oder eine rechnerisch passend wirkende Verteilung beseitigen die Unsicherheit nicht. Keine Wettstrategie kann einen sicheren Gewinn garantieren, und Sportwetten sind keine verlässliche Einnahmequelle. Wer eine Aussenseiter- oder E-Sport-Wette erwägt, sollte daher prüfen, ob die eigene Einschätzung auf belastbaren Kenntnissen beruht und ob die mögliche Niederlage tragbar wäre. Wird ein Gewinn als sicher dargestellt, ist Skepsis angebracht.

Einsatzplanung, Verantwortung und Schweizer Wettmarkt

Ein festes Budget schützt davor, dass einzelne Wetten den finanziellen Alltag beeinträchtigen. Lege vor dem Spielen fest, welchen Betrag du als Freizeitbudget einsetzen kannst, und verwende dafür kein Geld, das für Miete, Rechnungen oder andere Verpflichtungen vorgesehen ist. Eine Wettstrategie kann Verluste nicht ausschliessen und macht Sportwetten nicht zu einer verlässlichen Einnahmequelle.

Für Einsteiger empfiehlt sich ein gleichbleibender Einsatz pro Tipp, statt den Betrag spontan anzuheben. Als Orientierung gilt ein Flat Stake von einem Prozent der Bankroll je Wette. Entscheidend ist, die Höhe konsequent an das eigene Budget anzupassen und nicht nach einem Gewinn oder Verlust emotional zu verändern. Wer nach einer Niederlage hastig weiterspielt, um verlorenes Geld zurückzugewinnen, riskiert sogenanntes Chasing. Eine Pause hilft, wieder mit Abstand zu entscheiden.

Auch eine Strategie mit hohen Einsätzen oder dem Verdoppeln nach Verlusten bietet keine sichere Gewinnmöglichkeit. Solche Ansätze können das Budget rasch belasten; kein System beseitigt die Unsicherheit eines Sportereignisses. Wetten sollten deshalb Unterhaltung bleiben und nicht als Plan für zusätzliches Einkommen dienen. Bei Anzeichen, dass das Spielen schwer zu kontrollieren ist, kann eine Beratungsstelle wie Careplay Unterstützung bieten.

Der Schweizer Markt ist gesetzlich besonders geregelt: Seit dem Inkrafttreten des Geldspielgesetzes im Jahr 2019 dürfen Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten. Ausländische Wettanbieter sind nicht zugelassen; ihr Angebot ist in der Schweiz gesperrt. Wer dort dennoch spielt, hat im Streitfall keine Garantie, dass ein Gewinn ausbezahlt wird. Vor dem Setzen sollte daher auch klar sein, ob das Angebot im Schweizer Rechtsrahmen steht.

Fussballwetten mit Form, Ausfällen und Spielverlauf analysieren

Eine fundierte Einschätzung für Fussballwetten beginnt mit dem konkreten Kräfteverhältnis der Teams. Tabellenplätze allein erzählen wenig über den Zustand einer Mannschaft. Aussagekräftiger ist, wie sie zuletzt aufgetreten ist: Wirkte das Zusammenspiel stabil, wurden Chancen herausgespielt, und konnte das Team auch unter Druck seinen Plan umsetzen? Vergangene Leistungen liefern Anhaltspunkte, sind aber keine sichere Vorhersage für die nächste Partie.

Auch die verfügbaren Spieler gehören in die Analyse. Verletzungen und Sperren können die Aufstellung verändern; entscheidend ist, welche Rolle die betroffenen Spieler im Team haben und ob passende Alternativen bereitstehen. Fehlt etwa ein wichtiger Teil der Abwehr oder des Spielaufbaus, kann das die erwartete Spielweise beeinflussen. Eine Formkurve sollte deshalb nicht losgelöst von Kader und Gegner betrachtet werden.

Für eine Fussball-Wettstrategie lohnt es sich ausserdem, den wahrscheinlichen Spielverlauf zu skizzieren. Welche Mannschaft dürfte mehr Ballbesitz haben? Kann der Gegner über schnelle Angriffe gefährlich werden? Solche Überlegungen helfen, die Stärken und möglichen Schwächen beider Seiten gegenüberzustellen. Sie bleiben jedoch Einschätzungen: Ein früher Treffer, eine Verletzung während der Partie oder ein Platzverweis kann den Verlauf deutlich verändern.

Wer Sportwetten im Fussball analysiert, sollte Beobachtungen möglichst konkret festhalten und nicht einzelne auffällige Spiele überbewerten. Eine kurze Notiz zu Form, Ausfällen und erwarteter Spielweise macht nachvollziehbar, worauf die Einschätzung beruht. Basketballwetten verlangen andere sportartspezifische Überlegungen; die hier beschriebenen Faktoren beziehen sich auf Fussball. Auch eine sorgfältige Vorabanalyse nimmt der Wette ihre Unsicherheit nicht.

Spezialwetten auf Tore und andere Spielereignisse

Spezialwetten beziehen sich auf einzelne Ereignisse oder Statistiken innerhalb einer Partie. Statt den Sieger zu tippen, kann etwa darauf gewettet werden, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt oder wie oft es vorkommt. Zu den Märkten zählen Tore, gelbe Karten und Eckbälle. Welche Auswahlmöglichkeiten angeboten werden, hängt vom jeweiligen Wettbewerb und der konkreten Wette ab.

Eine Torwetten-Strategie sollte sich auf eine klar umrissene Frage stützen: Geht es um ein bestimmtes Ereignis vor dem Spiel oder um dessen Häufigkeit? Entscheidend ist, die jeweilige Wettbedingung genau zu lesen. Bei Karten kann etwa ausschlaggebend sein, welche Karten gewertet werden; bei Eckbällen zählt die festgelegte Statistik des Anbieters. Eine ähnliche Bezeichnung garantiert nicht, dass zwei Märkte gleich abgerechnet werden.

Für eine Sportwette-Strategie auf solche Ereignisse braucht es eine Einschätzung, die zum Markt passt. Eine Vermutung über den Sieger beantwortet noch nicht, wie viele Ecken anfallen oder ob Karten gezeigt werden. Wer sich mit einer Kennzahl nicht auskennt, sollte sie nicht allein wegen einer auffälligen Quote auswählen. Auch eine plausible Erklärung für einen Tipp macht den Ausgang nicht sicher.

Bei Pferdewetten geht es um ein anderes Wettumfeld als bei Ereignismärkten innerhalb eines Fussballspiels. Die dafür nötige Einschätzung lässt sich daher nicht unverändert auf Tore, Karten oder Eckbälle übertragen. Sinnvoll ist, jede Wettart nach ihrer eigenen Bedingung zu beurteilen und nur Märkte zu wählen, deren Abrechnung verständlich ist. So bleibt die Entscheidung an den tatsächlich gewetteten Spielereignissen orientiert.

Doppelte Chance und Over/Under gezielt unterscheiden

Die Doppelte Chance bündelt zwei mögliche Spielergebnisse in einem Tipp. Statt sich auf einen einzelnen Ausgang festzulegen, deckt die gewählte Option zwei davon ab. Das verändert, worauf sich die Einschätzung richtet: Entscheidend ist, ob eines der beiden ausgewählten Ergebnisse eintritt. Wer diese Wettart nutzt, sollte vor der Platzierung genau prüfen, welche Ausgänge die Auswahl umfasst. Die Bezeichnung allein sagt nicht, ob damit ein bestimmter Spielverlauf oder eine bestimmte Leistung abgedeckt wird.

Over/Under setzt einen anderen Schwerpunkt. Hier geht es nicht darum, wer gewinnt oder ob eine Partie unentschieden endet, sondern um die Gesamtzahl der Tore oder Punkte. Der Tipp lautet sinngemäss, dass diese Zahl über oder unter einer vorgegebenen Linie liegt. Damit hängt die Auswahl an einem messbaren Spielwert und nicht am Siegergebnis.

Für die Entscheidung hilft es, zunächst das eigene Urteil klar zu formulieren: Geht es um zwei mögliche Resultate oder um die Menge an Toren beziehungsweise Punkten? Werden beide Ansätze vermischt, kann eine passende Einschätzung im falschen Markt landen. Doppelte Chance und Over/Under beantworten unterschiedliche Fragen zum selben Ereignis; keine der beiden Wettarten macht den Ausgang berechenbar oder garantiert einen Gewinn. Begriffe und Bedingungen können sich je nach Angebot unterscheiden, deshalb sollte die konkrete Auswahl vor dem Tipp nachvollziehbar sein.

Einzel-, Kombi- und Systemwetten im Fussball

Bei einer Einzelwette steht ein Tipp für sich. Das macht die Kontrolle übersichtlich: Ergebnis, gewählter Markt und Einsatz lassen sich getrennt beurteilen. Für eine Fussballwetten-Strategie kann es sinnvoll sein, Tipps nicht automatisch miteinander zu verbinden, sondern jede Auswahl eigenständig zu prüfen.

Einzelwette

Ein einzelner Tipp, bei dem Ergebnis, Markt und Einsatz getrennt beurteilt werden.

Kombiwette

Mehrere Einzelwetten auf einem Schein; alle müssen richtig sein, um zu gewinnen.

Systemwette

Komplexere Form, bei der ein Gewinn möglich ist, auch wenn nicht jede Auswahl richtig ist.

Eine Kombiwette bündelt mehrere Einzelwetten auf einem Wettschein. Ihre Gesamtquote entsteht, indem die Einzelquoten miteinander multipliziert werden. Der mögliche Gewinn kann dadurch steigen, zugleich müssen jedoch sämtliche Tipps richtig sein, damit die Kombi gewinnt. Schon eine falsche Auswahl lässt die ganze Wette scheitern. Zudem multiplizieren sich mit den Tipps auch die Fehlerquellen; hängen Teilereignisse zusammen, berücksichtigen Anbieter diese Abhängigkeit mit einem spürbaren Aufschlag. Eine Fussball-Wettstrategie, die auf Kombis setzt, sollte dieses erhöhte Risiko einplanen und nicht allein auf eine hohe Gesamtquote zielen.

Systemwetten funktionieren anders: Ein Gewinn ist möglich, obwohl nicht jede enthaltene Auswahl richtig ist. Dafür ist diese Wettform komplexer, und der Gesamteinsatz fällt höher aus. Vor der Abgabe sollte klar sein, welche Kombinationen aus den Tipps einbezogen werden und wie sich das auf den Einsatz auswirkt.

Draw-No-Bet ist eine mögliche Absicherung innerhalb einer Auswahl: Endet das Spiel unentschieden, wird der Einsatz zurückerstattet. Die Wettform nimmt dem Tipp damit einen möglichen Ausgang aus dem Verlustrisiko, verändert aber auch die Bedingungen der Wette. Ob Einzel-, Kombi- oder Systemwette passt, hängt davon ab, wie viel Kontrolle und Komplexität man akzeptiert.

Livewetten: Entscheidungen während des Spiels

Bei Live-Wetten fällt die Entscheidung, während ein Sportereignis bereits läuft. Die Quoten bleiben dabei nicht konstant: Sie reagieren auf den Spielverlauf und können sich mit neuen Ereignissen verändern. Eine Livewetten-Strategie muss deshalb mit einer dynamischen Situation umgehen, statt sich allein auf eine Einschätzung vor dem Anpfiff zu stützen.

Das Tempo verleitet dazu, schnell auf eine veränderte Quote zu reagieren. Sinnvoller ist es, vorab festzulegen, welche Beobachtungen für einen Tipp tatsächlich relevant wären. Eine einzelne Szene oder ein kurzer Eindruck sollte nicht automatisch zum Einsatz führen. Auch die Frage, ob sich die eigene Einschätzung durch den Spielverlauf wirklich geändert hat, verdient einen Moment Bedenkzeit.

Wer während einer laufenden Partie wettet, sollte die Entscheidung nicht unter Zeitdruck erzwingen. Quoten können sich ändern, während ein Tipp geprüft wird; daraus folgt jedoch nicht, dass jede Gelegenheit genutzt werden muss. Eine Live-Strategie ist kein Weg zu sicheren Gewinnen und ersetzt keine klare Begrenzung des Wettverhaltens. Impulsive Einsätze oder der Versuch, einen vorherigen Verlust sofort auszugleichen, können die Einschätzung zusätzlich verzerren.

In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von Swisslos und Loterie Romande angeboten werden. Zudem sind Wetten auf Sportereignisse mit erhöhtem Risiko einer Wettbewerbsmanipulation verboten. Livewetten sollten daher nur innerhalb des zulässigen Angebots und mit einer überlegten Entscheidung genutzt werden.

Quoten und Einsatz mit Mathematik statt Bauchgefühl bewerten

Eine Dezimalquote lässt sich in eine implizite Wahrscheinlichkeit umrechnen: Man teilt eins durch die Quote. Diese Zahl beschreibt, welche Eintrittswahrscheinlichkeit die Quote rechnerisch ausdrückt. Liegt die eigene Einschätzung darüber, kann die Wette aus dieser Perspektive Value haben. Entscheidend ist dabei, dass die Einschätzung nicht bloss ein Gefühl bleibt, sondern auf nachvollziehbaren Annahmen beruht.

Für die Einsatzhöhe wird teils das Kelly-Kriterium verwendet. Der rechnerische Anteil der Bankroll ergibt sich aus:

(Quote × geschätzte Wahrscheinlichkeit − 1) ÷ (Quote − 1)

Das Ergebnis hängt unmittelbar von der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung ab. Schon eine ungenaue Einschätzung kann den errechneten Einsatzanteil deutlich verändern; die Formel liefert deshalb keine sichere Vorgabe. Als vorsichtigere Anwendung wird häufig nur ein Viertel oder die Hälfte des berechneten Werts eingesetzt.

Vor der Berechnung müssen Quote und Wahrscheinlichkeit in derselben Form eingesetzt werden: Eine geschätzte Wahrscheinlichkeit als Anteil, nicht als ausgeschriebener Prozentwert. Ergibt die Formel keinen positiven Anteil, spricht das nach diesem Modell nicht für einen Einsatz. Auch ein rechnerisch positiver Wert beseitigt die Unsicherheit der Prognose nicht. Kelly ist daher ein Werkzeug zur strukturierten Einschätzung, keine Garantie für einen Gewinn und kein Ersatz für eine realistische Beurteilung der eigenen Annahmen.

Inhalt erstellt vom Team «wettenquotench.com»